3253 Homann, Johann Baptist : Geographische Vorstellung der jämmerlichen Wasser-Flutt in Nieder-Teutschland, 25.Dec. 1717. 1718

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Western Europe / Germany / North Sea / Storm tide 1717
Westeuropa / Deutschland / Nordsee / Sturmflut 1717
Homann, Johann Baptist
ca. 1718

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Germany / North Sea / Storm tide 1717

Homann, Johann Baptist
ca. 1718
copperplate engraving
58 x 47 cm
ORIGINAL


Deutsch
Deutschland / Nordsee / Sturmflut 1717

Homann, Johann Baptist
ca 1718
Kupferstich
58 x 47 cm
ORIGINALKARTE

Homanns „Geographische Vorstellung“ der großen Wasserflut von 1717 kann als außergewöhnliche Karte bezeichnet werden. Die Übersichtskarte und die eindringlichen Abbildungen machen sie zu einem wichtigen Dokument für die Zeitgenossen und für die Nachwelt. Es handelt sich um erste Ausgabe. Gestrichelt hervorgehoben und grün koloriert sind die von der Überschwemmung betroffenen Landstriche. Die Karte gibt sich detailreich. Sie geht aber auf ältere Karten des 17. Jahrhunderts zurück. Eingezeichnet die Dämme und die Stellen an denen der Deich gebrochen ist. Links: Eine Insetkarte vom ebenfalls betroffenen Holland. Den Mittelpunkt der Karte bildet ein Bild von der verheerenden Sturmnacht. Entzürnte Gottheiten verwüsten das Land, allen voran Poseidon, der Meeresgott mit seinen wasserspeienden „Seepferden“. Dahinter vermutlich Boreas, Gott des Nordwindes und zugleich König der Windgötter. Mit Schneestürmen, Regen und Blitzen verbreitet er Schrecken. Die Wut der Götter hinterlässt den Eindruck eines Strafgerichts. Niemand wird verschont. Kirchtürme und Dächer zeigen an, was von den Ortschaften noch zu sehen ist. In den Fluten treiben die zahlreichen Ertrinkenden und Toten. Am rechten Bildrand eine Frauenfigur mit Mauerkrone. Sie trauert vor den Trümmern die die Flut hinterlassenen haben. Möglicherweise handelt es sich um die Göttin Tyche, oder um „Hammonia“, die Schutzheilige Hamburgs. Die Karte ist mit zahlreichen Texteinschüben versehen. Neben Informationen über die Flut stehen mahnende Ovid-Zitate. Sie erinnern an die Grausamkeiten der alten Götter und verkörpern hier die Wahllosigkeit der Naturgewalten. Auszüge aus den Metamorphosen berichten von antiken Flutkatastrophen und schließen mit den Worten: „Wenn du Helike suchst und Buris, Achaias Städte, findest du sie von den Wellen bedeckt: noch pflegen die Schiffer tief auf dem Grunde des Meers die versunkenen Häuser zu zeigen.“ Rechts oben gibt Homann ausführliche Angaben über die Zerstörungen und die Anzahl der Opfer. Er zählt in der Summe über 18.000 Tote. Nach heutigen Schätzungen kamen bei der Flut von 1717 etwa 12.000 Menschen ums Leben. Die Bilder am unteren Rand sollen technische Einzelheiten zum Deichbau veranschaulichen. Neben einer Ansicht des zerstörten Deiches befinden sich hier aber eher fragwürdig anmutende Details zur Konstruktion einer Schleusentür, sowie einer „Wassermühle“ die mittels Windkraft angetrieben wird. Dennoch wirken die Abbildungen wie ein Plädoyer für den Küstenschutz. Tatsächlich wird die Flut von 1719 zu einem Wendepunkt im Deichbau. Neue Konstruktionen, mit zur Seeseite flach ablaufenden Deichen, sollten die Nordseeküste in den folgenden Jahrhunderten besser vor Sturmfluten schützen.


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